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Standard-Thermoplaste November 2017

Polyolefine geben nach / PVC stabil / PS folgt dem Vorprodukt abwärts / PET geht in Sinkflug / Dezember: Olefine ziehen an / Umsetzung nicht klar / Styrol schießt hoch

KI plastixx ST 201711

Im November 2017 hatten einige europäischen PE-Produzenten nach der Rollover-Vorgabe der Ethylen-Referenz auf Anhebungen gehofft. Stattdessen aber strömten Mengen aus Lagerreduzierungen, Mitteleuropa und interkontinentalen Importen auf den Markt, die Preise sanken zwangsläufig. Letztlich blieben die Abschläge aber meist noch moderat.

Der schwache Abflussmonat Oktober hinterließ Spuren bei PP. Etliche Anbieter mussten dafür sorgen, dass die Lager wieder freier wurden, mit den üblichen Anreizen durch niedrigere Preise. Die Käufer deckten sich ein, auch weil ÖL und Naphtha wieder stiegen. Gegen Monatsende wurde der Handel dann immer ruhiger.

Die europäischen PVC-Märkte folgten weit überwiegend dem Rollover-Kurs der Ethylen-Referenz, obwohl einige Segmente wie etwa Profile, Kabel und Folien auffällig aktiv agierten. Das kompensierte die Beruhigung in anderen Sektoren wie etwa den Rohrgeschäften. Die Mischungen blieben diesmal ebenso konstant wie die Basis- und Pastenqualitäten. Die Kostensteigerungen für Zusatzstoffe legten eine Atempause ein.

Nach dem neuerlichen Rückgang der SM-Referenz sanken auch die Notierungen aller Styrolkunststoffe in angemessener Größenordnung. Bei EPS nutzten einige Anbieter die angespannte Versorgungslage und verbesserten ihre Margen. Die Preisrücknahmen fielen damit sehr unterschiedlich aus.

Eine spürbare Kaufzurückhaltung bei regen Importen sorgte für deutliche Rückgänge der PET-Preise. Die zwischenzeitliche Hochphase in diesem Sommer entpuppte sich damit als kurzes Strohfeuer. Die bekannten strukturellen Probleme der weltweiten Überkapazitäten meldeten sich mit Macht zurück. Chinesische Waren sickerten immer stärker nach Europa ein. Dabei tendierte die Nachfrage weiter gering.

Die Ethylen-Referenz für Dezember hat um 32 EUR/t zugelegt. Ausgerufene Forderungen von bis zu +70 EUR/t wurden sofort durch Rollover- und Abschlagsangebote unterlaufen. Auf Seiten der Abnehmer besteht geringer Kaufdruck. Das wahrscheinlichste Szenario ist daher Rollover.

Auch die Propylen-Referenz zog um 32 EUR/t an. Natürlich wollen die Anbieter den Kostenschub sowie möglichst eine zusätzliche Margenkomponente durchsetzen. In dem geringen Nachfragemonat Dezember könnte dies jedoch auf große Schwierigkeiten treffen, zumal etliche Abnehmer im November bereits umfangreich zugeschlagen haben.

Eine für Dezember außergewöhnlich starke Aktivität ist beim PVC festzustellen. Compoundeure avisieren durchlaufende Linien auch zwischen den Jahren. Dennoch wird es zu einer Beruhigung der Nachfrage rund um die Jahreswende kommen. Es bleibt offen, ob der Auftriebsdruck des Ethylens in Anhebungen umgesetzt werden kann.

Nach zwei Monaten mit rückläufigen Notierungen hat der SM-Referenzkontrakt wieder fast dreistellig aufgesattelt. Das werden die PS-Anbieter einholen wollen. Bei EPS dürfte die enge Versorgungslage darüber hinaus zu Buche schlagen.

Die PET-Notierungen stehen derweil weiter unter Druck, da weder angebots- noch nachfrageseitig wesentliche Änderungsimpulse erkennbar sind. Die Margen könnten erneut leiden.

Quelle: KI – Kunststoff Information, Bad Homburg, www.kiweb.de
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