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Pressemitteilung

Marktdaten 2025: Technische Kunststoffprodukte mit halber Milliarde Umsatzeinbruch

Aschaffenburg, 
27. März 2026

TecPart – Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V. hat heute die Marktdaten der Kunststoffverarbeitung für das Jahr 2025 mit Schwerpunktanalyse auf dem Segment der technischen Kunststoffprodukte veröffentlicht. Nach dem deutlichen Rückgang im Jahr 2024 hat sich der Abwärtstrend 2025 insgesamt zwar spürbar abgeschwächt, eine Trendwende ist jedoch noch nicht erreicht: Der Gesamtmarkt verzeichnet ein Umsatzminus von 0,9 % auf 69 Milliarden Euro. Die technischen Kunststoffprodukte geben dabei mit 2,4 % am stärksten nach und verlieren im Vergleich zum Vorjahr rund eine halbe Milliarde Euro. Gleichzeitig bleiben sie das beschäftigungsstärkste Segment in der Kunststoffverarbeitung.  „Eine halbe Milliarde Euro weniger für die inländische Produktion technischer Kunststoffteile – für Mobilität, Medizintechnik und Kommunikation: Wie passt diese Entwicklung zu den Resilienz- und Standortzielen auf EU- und Bundesebene?“, fragt Felix Loose, Vorstandsvorsitzender des TecPart. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland erodieren die Produktionsbasis immer weiter. Was wir jetzt brauchen, sind und bleiben wettbewerbsfähige Energiepreise, spürbarer Bürokratieabbau, Investitionsanreize sowie eine zukunftsweisende Unternehmensbesteuerung. Nur dann gelingt hier die Trendwende.“

Entwicklung der kunststoffverarbeitenden Industrie 2025

Das Jahr 2025 brachte für die kunststoffverarbeitende Industrie[1] erneut einen Rückgang des Umsatzes und der verarbeiteten Menge. Das einzige Segment mit zarter Positiventwicklung war das Bausegment (+0,5 % Umsatz)[2]. Auch wenn der Umsatzrückgang im Vergleich zu der Entwicklung 2024 abflachte, büßten die Kunststoffverarbeiter immer noch 0,65 Milliarden an Umsatz ein. Das davon am stärksten betroffene Segment sind  die Hersteller technischer Kunststoffprodukte mit rund einer halben Milliarde. Sinkende Umsätze und steigende Personalkosten führten 2025 dazu, dass nur 16 % der Unternehmen ihre Gewinne steigern konnten. Bei 52 % der Unternehmen konnte das Ergebnis gehalten werden – jedoch mitunter durch Kostenanpassung und damit einhergehendem Personalabbau.

39% der Unternehmen mussten im vergangenen Jahr Personal abbauen – die Anzahl der Beschäftigten in der Kunststoffverarbeitung reduzierte sich damit um 2,6 % auf 305.000 (Vorjahr 310.000).  

In ähnlicher Größenordnung gaben Unternehmen in der Kunststoffverarbeitung auf oder verlagerten ihren Schwerpunkt, so dass die Branche zum Jahresende 2,7 % weniger Kunststoffverarbeiter mit mehr als 20 Mitarbeitenden zählte und damit auf 2864 Betriebe   zurückging.

Vor diesem Hintergrund wuchs die eingesetzte Rezyklatmenge in der Herstellung von Kunststoffprodukten minimal um 1 %. Dies führte zu einer marginalen Steigerung der Rezyklatquote von 19,5 % auf 19,7 %.


Lage der Kernmärkte für technische Kunststoffprodukte

Die Automobilindustrie bleibt unter Druck: Das Geschäftsklima ist weiterhin belastet, zugleich ist der Anteil der Pessimisten leicht rückläufig. Robuste Nachfrageimpulse fehlen, doch Frühindikatoren deuten auf eine Stabilisierung hin – der Auftragsindex liegt bei +16 %, der Produktionsindex bei +9 % (beides Stand Dezember 2025) und die Kapazitätsauslastung bei +13 % gegenüber dem Vorjahr. In den übrigen Kernmärkten zeigt sich ein gemischtes Bild: In der Elektro- und Elektronikindustrie sowie im Maschinenbau überwiegen vorsichtige Verbesserungserwartungen, während die aktuelle Lage weiterhin überwiegend negativ beurteilt wird. Als Basissektor der Kunststoffverarbeitung bleibt die chemische Industrie trotz zuletzt etwas besserer Lageeinschätzung belastet; hohe Energiekosten, schwache Auslastung infolge massiven Auftragsmangels und sinkende Produktpreise prägen das Umfeld.

Nun kommt durch den Nahostkrieg eine unsichere Versorgungslage dazu, was zu Nachholeffekten in der Materialpreisgestaltung führt. Die sich abzeichnende Erholung in den Abnehmerbereichen der technischen Kunststoffprodukte ist dadurch erneut belastet.

Ausblick der Kunststoffverarbeiter 2026: Erwartungen, Aufträge, Investitionen

Für 2026 zeichnet sich insgesamt eine Bodenbildung ab – eine spürbare Belebung könnte jedoch noch auf sich warten lassen. Konjunkturelle Indikatoren für 2026, u. a. Bruttoinlandsprodukt, Ausrüstungsinvestitionen und Arbeitslosenquote, deuten auf eine leichte Aufhellung hin. Entsprechend hat sich auch die Stimmung in der Kunststoffverarbeitung auf niedrigem Niveau verbessert: Keine Sparte bewertet die aktuelle Lage derzeit positiv, für die kommenden sechs Monate werden jedoch vermehrt Impulse erwartet.

In der TecPart-eigenen Befragung berichten Unternehmen zudem über teils sprunghafte Anstiege bei der Nachfrage und infolgedessen über eine verbesserte Auslastung der Produktion. Gleichzeitig bleiben freie Kapazitäten und Verdrängungseffekte in einzelnen Wertschöpfungsstufen spürbar, und der Auftragsbestand ist seit über 24 Monaten zu niedrig, um größere Investitionen breit anzustoßen. Da dieser Zustand nicht nur aus der Kunststoffverarbeitung, sondern auch aus anderen Materialbereichen gemeldet wird, bleibt die Nachfrage für den Maschinenbau und die Elektroindustrie hinter den Erwartungen zurück.

Die im Frühjahr – vor der Zuspitzung der Lage im Nahen Osten – abgeschlossene Befragung zeigte, dass über 80 % der Unternehmen für 2026 mit steigenden (38 %) bzw. gleichbleibenden Umsätzen (43 %) rechnen; 19 % erwarten sinkende Umsätze. Bei Investitionen dominiert eine Verstetigung: 73 % erwarten gleichbleibende Investitionen (Vorjahr: 59 %). Auch bei der Personalplanung zeigt sich eine Stabilisierung – weniger Unternehmen rechnen mit Abbau (21 %, Vorjahr: 35 %), während 66 % eine Beibehaltung erwarten (Vorjahr: 51 %).

Durch den Nahost-Krieg steigt die Unsicherheit in der Versorgung, was zu höheren Preisen für Primärkunststoffe führen kann. Dadurch wird die sich abzeichnende Erholung in den Abnehmerbereichen technischer Kunststoffprodukte erneut belastet und könnte optimistische Erwartungen dämpfen. Gleichzeitig können Rezyklate wirtschaftlich attraktiver werden: Für Hersteller von Compounds und Rezyklaten könnten daraus Impulse entstehen, wenn Unternehmen mit Blick auf künftige Rezyklatquoten Materialumstellungen vorziehen und die Abnahme von Rezyklaten verstetigen.

Kreislaufwirtschaft braucht belastbare Trendwende

Damit aus den aktuellen Signalen eine belastbare Trendwende wird und die Kreislaufambitionen für Fahrzeuge und künftig Elektro- und Elektronikprodukte umgesetzt werden können, muss die Politik jetzt mit Tempo an verlässlichen Rahmenbedingungen für die kunststoffverarbeitende Industrie arbeiten.
„Wenn Europa Kreislaufwirtschaft für Fahrzeuge und Elektro- und Elektronikprodukte verbindlich macht, braucht es einen Kurs, der in der Praxis funktioniert: Strompreis runter, Anreize für Rezyklateinsatz hoch, Berichtspflichten spürbar kürzen oder vertagen. Sonst fehlt dem kunststoffverarbeitenden Mittelstand die Luft, in Recyclingfähigkeit und Rezyklateinsatz zu investieren – und Kreislaufwirtschaft bleibt Anspruch ohne Umsetzung“, erklärt Michael Weigelt, Geschäftsführer des TecPart.


[1] Die Datenbasis umfasst Zahlen des Statistischen Bundesamtes, und Eigenerhebungen des TecPart – Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V.

[2] Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.: https://www.bauindustrie.de/pm/baujahr-2025-mit-erstem-umsatzplus-seit-fuenf-jahren, 25. Februar 2026.

Hier können Sie einen Auszug aus dem Marktbericht herunterladen!

Über TecPart – Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V. (TecPart)

TecPart – Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V. TecPart vertritt die Interessen von Herstellern technischer Kunststoffteile in Politik, Öffentlichkeit und Fachgremien auf nationaler wie europäischer Ebene. Die Mitgliedsunternehmen sind hochspezialisiert – aus der Spritzgießtechnik, Additiven Fertigung, Compoundierung, dem Thermoformen und Kunststoffrecycling. Sie beliefern Schlüsselbranchen wie die Automobil-, Elektro-, Maschinenbau- und Medizintechnikindustrie. Die Kunststoffverarbeitung zählt mit rund 305.000 Beschäftigten und etwa 69 Mrd. € Jahresumsatz zu den stärksten Industriezweigen Deutschlands. Der von TecPart vertretene Bereich technischer Kunststoffteile steht dabei für rund 100.000 Beschäftigte und 19 Mrd.  € Umsatz – ein zentraler Pfeiler dieser Schlüsselbranche.

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T +49 (0) 6021 920 374 - 5
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